Überall auf der Welt führen Grafik-Designer ihren Kunden einige Entwürfe vor. Die Kunden finden grundsätzlich kein Gefallen an dem Favorisierten Entwurf des Gestalters. Er sucht sich nach seiner Bewertung das für ihn am nächsten fußt und wollen Änderungen haben.
Wenn auch sehr selten, es gibt Kunden die sinnvolle Beiträge leisten können.
Was auch immer der Grund sein mag; im allgemeinen beobachten wir im Kundenverhalten eine Einmischung in die Arbeit des Grafik-Designers, Änderungen sowie eine Gegenentscheidung hin zu dem nicht Favorisierten.
Denn uns ist klar; jeder Grafiker spricht zu sich, “wenn meine Kunde sich doch dafür entscheiden würde statt hierfür”.
Der Fehler liegt bei den Größen des Grafik-Designs in der Türkei; wir wissen das es Gestalter gibt die so sehr in ihre Arbeit verliebt sind, dass sie beim Unterbreiten ihrer Alternativen sogar Aussagen treffen, “wenn du dich dafür entscheidest werde ich nur die Hälfte von meinem Honorar verlangen”, um nur seinen Favoriten an den Mann zu bringen.
Sehr erfolgreiche, in sich stimmig und richtige Gestaltungen, die sogar mehr Profit und nachhaltiges Ansehen sichern würden, kommen in der Ecke ohne auch nur ihren wirklichen Wert erkannt zu haben.
Und manchmal dürfen wir erleben, wie gute Kunden sich für gute Designs entscheiden und sich sogar mit konstruktiven Beiträgen einbringen.
Auf der Welt und in unserem Land; gibt es wenige Designer die nur ein Exemplar gestalten und dieses von seinem Kunden bestätigen lassen. Deswegen gibt es unter den Werbetreibenden den berühmten Satz, ” wenn ihr eine gute Werbung sieht, dann bedankt euch beim Inserenten”.
Leider bekommt überall auf der Welt immer gute Gestaltung zu jederzeit die Zustimmung. Aus diesem Grund; gibt es in den westlichen Ländern keine Ausstellung für NICHT ERKANNTE WERTIGKEIT DES GESTALTETEN.
Wir als TGDD; haben zu diesem Thema vom 25.05 bis zum 6. Juni 2015 an der Universität Istanbul im Sprachzentrum Tophane zum ersten Mal in der Türkei eine Ausstellung, mit dem Motto” FÜR WAS HABEN SIE SICH ENTSCHIEDEN?”, durchgeführt.
In unserer Ausstellung hatten wir die einmalige Chance von unseren verehrten KollegInnen ihre Gestaltungen zu zeigen, für die sich der Kunde entschieden hat und wofür er sich nicht entschieden hat.
Bei manchen ausgestellten Werken haben wir die Frage gestellt, welche Gestaltungen dem Kunden gefielen, die wirklich nicht gut gestaltet gewesen sind, und für welche sie sich dagegen entschieden haben, als Vergleich die guten Designs aufgehangen und dem Designer die Frage gestellt, “ob der Kunde ein besserer Designer ist als du?”. Wie konnte es sein, dass aus den mittelmäßigen Gestaltungen, sich ausgezeichnete Designs hervorgekommen sind, hat der Kunde einen Anteil daran?…
Wir haben festgestellt, dass wirklich einige gute Gestaltungen keinen Gefallen gefunden haben, der Kunde diese Arbeiten verwarf hat und folglich hin zu weniger qualitativ ansprechenden Lösungen entschied.
Nach anschließendem Interview mit den DesignerInnen kam folgende Feststellung zum Vorschein; Es ist tunlichst notwendig, dass man das erste Breafing inhaltlich sicher verstanden hat. Des weiteren sollte man entsprechend dem Breafing in der Lage sein die Gestaltung umzusetzen. Das gestaltete Werk sollte vor dem Kunden mit Selbstbewusstsein und Überzeugungskraft, mit Wissen und kultureller Ausstattung sowie aufrechter Haltung, vorgestellt werden.
Die Erkenntnis entsprach genau dem Motto der Ausstellung ” Ist es der Grafik-Designer oder ist der Kunde der Designer?” und dem der anschließenden Podiumsdiskussion.
Es wurde auch thematisiert, dass in zahlreichen Werbeagenturen die Kundendienstmitarbeiter unzureichend sind, Anfängerfehler machen und ohne Wissen auftreten, um letztlich als Kundendienstmitarbeiter mit Selbstbewusstsein und aufrechter Haltung sich zu präsentieren.
Manche sagten, die Kunden sind die besten Art Director … Manche sagten, bei einer guten Gestaltung müsst ihr euch beim Kunden bedanken. Es sagten auch manche, lernt gut die Kundenwünsche, tut so als ob ihr das Gesagte auch umsetzt, macht was ihr wollt.
Die Lehrbeauftragte Setenay Sezer stellte ihre Werke der Ausstellung und Podiumsdiskussion zur Verfügung;Sie sagte, es ist zwingend notwendig, dass ein Designer mit Wissen und Kompetenz ausgestattet sein muss, dem vertrauend, vor dem Kunden eine aufrechte Haltung einnehmen muss, statt ohne zu wissen wie man gestaltet, nur den Computer bedienen kann und nur das macht was der Kunde verlangt. Doz. Dr. Fuat Akdenizli stellte ebenfalls eines seiner Werke zur Verfügung und berichtete, dass in den Vereinigten Staaten die Designer die Kunden nicht besonders ernst nehmen würden und die Kunden die das nicht erleben wollen, sich zurückhaltend gegenüber den Designern verhalten würden…
Die Tage an den der Grafiker keine Zugeständnisse dem Kunden gegenüber machen muss, wird mit Sehnsucht erwartet. Darüber hinaus wurden Themen besprochen; Arbeitsbedingungen nach der Ausbildung sowie eine akademische Laufbahn. Mit Nachdruck wurde dieser Brennpunkt immer wieder thematisiert und vom TGDD Ausbildungskoordinator Şeref Kocaman begleitet und die Sorgen der Grafiker in der Türkei besprochen sowie Lösungsansätze an unserem Podiumsdiskussion erörtert.
Sei in der Ausstellung, sei es in der Podiumsdiskussion; es kristallisierte sich heraus, dass der Kunde epikureisch, universal kulturell sein sollte, sich vermitteln sollte, gutmütig, aber am wichtigsten dem Designer gegenüber mit Respekt begegnen muss.
In der Wirtschaft heißt es, “der Kunde hat immer Recht”, aber in dieser Ausstellung haben wir mit den ausgestellten Werken ins rechte Licht gerückt, wann der Kunde und wann der Designer Recht hat.
Unsere Aussteller in alphabetischer Reihenfolge;
Anıl Topograf,
ASTAJANS,
Aydan Siretli,
Bülent Okay,
Emin Memmedov – IDEA görsel,
Ercan METE,
Erdem Çağla,
Faruk Çağla,
Fuat Akdenizli,
Hakan Negis,
Hüseyin Yayla – Gelişim Reklam,
Nuri Sezer,
Pınar Çelik,
Serdar Duran,
Setenay Sezer,
Şeref Kocaman,
Yasemin Duran
Wir kündigen hiermit an, dass es weitere Ausstellungen und Podiumsdiskussionen an den unterschiedlichsten Veranstaltungsorten unter dem Motto “FÜR WAS HABEN SIE SICH ENTSCHIEDEN” Teil 2 oder Teil 3 durchgeführt wird, weil wir denken, dass damit ein wichtiges Zeichen gesetzt wird. Wir bedanken uns herzlichst bei allen Teilnehmer und Teilnehmerinnen für ihre ausgestellten Werke. Unseren Dank wollen auch an unsere TGDD Mitgliedern aussprechen, die für diese Organisation Verantwortung zeigen. Des weiteren bedanken wir uns an dieser Stelle bei der Universität Istanbul die ihre Tore am Sprachzentrum für uns geöffnet haben, um diese Veranstaltung ins Leben rufen zu können. Für ihren wertvollen Einsatz unseres Sponsors FİLMON bedanken wir uns herzlichst.
Faruk ÇAĞLA
TGDD Vorstandsvorsitzender















