Die erwartete Ausstellung wurde nun eröffnet… Die Ansprache zur Eröffnungszeremonie wurde vom stellvertretenden Direktor der Mimar Sinan Fakultät der schönen Künste von Prof. Dr. Zeki ALPAN gehalten.
Junge Grafiker/innen; “was waren das für Meister”, sagten sie. Einige TGDD Mitglieder besuchten die Ausstellung. TGDD Vorstandsvorsitzender Faruk Çağla, stellvertretender Vorsitzender der TGDD Doz. Dr. Nuri Sezer, Lehrbeauftragte Setenay Sezer und ihr zukünftiger Ehemann Taha Celal Babalıoğlu, Erdem Çağla, Vorstandsmitglied der TGDD. Die Fotos wurden von Erdem Çağla gemacht.
Auch Akan KOR war dabei, ein Meister seines Faches und Lehrer vieler bekannter Designer/innen. Ilhan BILGE war auch mit uns dabei, ein Name, der großen Wert auf Solidarität setzt. In den 80iger Jahren musste Faruk Çağla nach Deutschland, weil dort die orthopädischen Eingriffe durchgeführt werden mussten. Er war es, der dafür die Spendenaktion ins rollen brachte. Er versprach uns in naher Zukunft, an einem Bericht für und mit ihn teil zu nehmen.
Der Organisator dieser Ausstellung war der Meister Designer Ali Tekin ÇAM. Wir bedanken uns herzlichst im Namen der TGDD bei Ali Tekin Çam für seinen Einsatz und Beitrag sowie der Mimar Sinan Fakultät der schönen Künste.

Zwei große Namen in der türkischen Grafik Design Geschichte; Kenan Temizan und Emin Barın. Sie schlossen sich zusammen und realisierten am 5. Oktober 1943 an der Akademie der schönen Künste ihre erste Ausstellung.
Mit dieser Ausstellung begannen beide ihr Wirken an der Akademie der schönen Künste.
Diese zwei geschätzten Meister; die an der Akademie ihre Ausstellung eröffneten, kamen nach 72 Jahren, am 5. Oktober 2015 am selben Ort, unter dem Motto “Kenan Temizan & Emin Barın sind wieder an der Akademie” im 72. Ausstellungsjahr zusammen.
Anlässlich dieser Ausstellung; wollen wir an diese wertvollen Meister gedenken, ihre Werke nochmal sehen und der neuen kommenden Genrationen vorstellen, das ist unsere Dankespflicht.

Diese Werte hervor zu tragen, sie zu schützen, ihre Werte hervor zu heben, unsere Meister und ihre Werke empor zu heben, bedeutet zugleich, die wertvolle Daseinsberechtigung unseres Berufes aufzuzeigen.
Wenn wir wollen, dass unsere Geschätzten und Geliebten auch ihre Wertigkeit bekommen sollen, dann sind es wir, die zuerst den Menschen zeigen müssen, was wir an ihnen schätzen und lieben gelernt haben.

Der Künstler ist erst dann Tod, wenn auch seine Werke vernichtet werden. Unsere Verpflichtung muss lauten, die Namen unserer Meister, die einen wichtigen Beitrag in ihrem Schaffen, ein Leben lang für unseren Beruf geleistet haben nie zu vergessen, dafür Sorge zu tragen ihre Spuren nicht zu verlieren, zu verwischen, Dokumente die wir finden können, zusammen zu bringen, als eine notwendige Disziplin einzuführen, um den kommenden Genrationen die richtigen und gut erhaltenen Quellen zu vermitteln, das sind wir auch unserem Beruf schuldig.


Unter den Anwesenden bei der Eröffnungszeremonie war auch die einzige und erste Besucherin der ersten Ausstellung von damals und Ehefrau von Emin Barın dabei. Die Schüler, die jetzt überall verstreut sind, Islam Seçen und Etem Çalışkan und ihre jetzigen Studenten/innen waren ebenfalls zahlreich vertreten sowie Kunstliebhaber.
Für diese Ausstellung zeigte ich zwar Verantwortung; aber nur mit gemeinsamer Unterstützung durch stellvertretend Frau Ayşe Barın, die Tochter von Prof. Emin Barın und sein Sohn Herr Osman Tevfik Barın, und durch die Hilfe von Prof. Sabih Gözen, der die Werke von Prof. Kenan Temizan in privater Sammlung schützt und dessen Tochter, Frau Alev Özkan, die Sponsoren des Vereins UESYO sind, haben mit großer Unterstützung durch den stellvertretenden Direktor der MSGSU Herr Prof Zeki Alpan und Dozent Emre Zeytinoğlu dies realisieren können.

Die Gestaltung der Ausstellung; sie wurde durch den Fachbereich Bühnenbild und Kostüm von der MSGSÜ, Lehrbeauftragter Kaya Zeki Koçe und von Seitens dem Fachbereich Grafik, durch den Lehrbeauftragten M. Ferruh Haşıloğlu, durchgeführt. Die Ausstellung in der Mimar Sinan Aula kann bis zum 17. Oktober 2015 besucht werden.
Ali Tekin ÇAM

Kenan Temizan
Als er nach Berlin als Militärattaché Sekretär gesandt wurde und seinen Dienst ausführte, besuchte er nebenbei die Reimann Akademie, um seine Ausbildung in der schönen Künste ohne Unterbrechung durchführen zu können.
Als er an der Reimann Akademie mit Diplom abschloss, war zunächst dort als Assistent später als Lehrer tätig. An dieser Akademie war er zwischen 1926-1943 als leitender Professor im Fachbereich Mode tätig, er unterrichtete auch im Bereich Plakate und Stoffmuster. Nebenbei produzierte er für die deutsche Filmbranche Kinoplakate.

Jeder Tag der in Europa verging, verschlechterte die Lebensumstände. Der Zweite Weltkrieg hatte keine positiven Auswirkungen auf ihn, und so musst er wieder in die Türkei zurückkehren.
Als in der Heimat ankam, wurde er an die staatliche Akademie der schönen Künste als Lehrer, für den Bereich Modebilder, zugewiesen. Am 14. April 1943 eröffneten er und Sabih Gözen, in Verbindung mit dem Zweig für schöne dekorative Kunst, ein Mode Atelier, indem er die Position des Vorstandes inne hatte. Bis zu seinem Tode am 22. Februar 1953 föhrte er als Lehrer und Vorsitzender seine Tätigkeit fort.

Emin Barın
1939 trat er in Leipzig an die “Königliche Akademie für graphische Künste und Buchgewerbe” (heute lautet der Name “Hochschule für Graphik und Buchkunst”) ein. An dieser Akademie vertiefte er mit Prof. Tiemann und Prof. Spemann das Thema Schriftart und mit Prof. Wiemeler setzen sie das Schwerpunkt auf die Buchbinderei. Während seines Besuchs in der Türkei, zum Zeitpunkt des Zweiten Weltkriegs, unterbrach er seine Ausbildung in Deutschland und begann sein Wehrpflicht in der Türkei.
1941 kehrte er nach Leipzig zurück, um seine Ausbildung zu beenden. Die von der deutschen Regierung erteilten Aufträge, für besondere Buchbindungen, führte er aus.

Nach Beendigung seiner Ausbildung kehrte er 1943 in die Türkei zurück. Er begann als technischer Leiter an der Nationalen Druckerei, das dem Bildungsministerium unterliegt. Gemeinsam mit Kenan Temizan organisierte er im selben Jahr, an der Istanbul Akademie der schönen Künste, die erste Buchausstellung. Durch die Eröffnungszeremonie führte damals der Minister für Bildung Herr Hasan Âli Yücel. Bei dieser Ausstellung verlieh er im Namen der Akademie seine eigene Arbeit, ein Pergament Luxus Gold Hardcover-Buch, an den damaligen Ministerpräsident Ismet Inönü.
Er arbeitete bis zu seinem Tod am 29. Dezember 1987, als Lehrbeauftragter an der Akademie im Fachbereich für dekorative Künste und Grafik.

